Kommunikationsdesign BA
Jenny Holder
Von leeren Werkstätten und verlorenem Wissen – Infografische Aufbereitung historischer Handwerksberufe zur Vermittlung traditioneller Arbeitstechniken
Das Handwerk ist fast so alt wie die Menschheit selbst und es entwickelte sich über die Zeit ständig weiter. Heute wissen wir zwar, was Dachdecker, Zimmerer oder Bäcker machen, aber die Aufgaben eines Köhlers, Seilers oder Gerbers, kennt gegenwärtig kaum jemand mehr. Viele Handwerksberufe, die einmal den Lebensunterhalt zahlreicher Familien sicherten und fest in der Gesellschaft verankert waren, sind mittlerweile annähernd ausgestorben. Doch auch wenn diese Tätigkeiten heutzutage kaum noch praktiziert werden, prägten sie unsere Gesellschaft und viele Lebensrealitäten maßgeblich und gehören deshalb unwiderruflich zu unserer kulturellen Identität. So bedeutet das Vergessen dieser alten Handwerksberufe nicht nur, dass damit ein Stück unserer gelebten Geschichte verloren geht, sondern auch, dass das über Generationen weitergegebene Wissen über die Einzelheiten des Berufs langsam unwiderruflich verschwindet.
Im Rahmen dieser Arbeit wird ein System entwickelt, mit dem der Alltag und die Inhalte von historischen Handwerksberufen aufbereitet, strukturiert und dokumentiert werden können. Ziel ist es, grundlegende Einblicke in diese Berufe anschaulich zu vermitteln, um das historische Wissen zu bewahren und die Faszination für handwerkliche Tätigkeiten weiterzugeben, aber auch um generell mehr Wertschätzung fürs Handwerk zu schaffen.
Exemplarisch wird hierfür das Küferhandwerk untersucht und aufbereitet. Die Vermittlung der Inhalte erfolgt über eine Themenkiste, die verschiedene Module zur explorativen Erkundung des Berufs enthält. Ein Werkbuch vermittelt grundlegende Informationen zum Beruf, den handwerklichen Techniken und weiteren Aspekten des Küferhandwerks. Ergänzt wird es durch Werkzeugporträts, historische Fotografien sowie ein Materialarchiv mit originalen Artefakten.
Betreuung:
Prof. Michael Stoll Prof. Christina Strenger