Kommunikationsdesign BA
Miguel Pineiro Ciafre
No Borders – junge migrantische Identitäten in Deutschland
Wie viele andere Migrant:innen lebe auch ich seit geraumer Zeit fern meines Herkunftslandes. Mit jedem Tag wird mir deutlicher, dass das Leben in einem anderen Land nicht den Verlust der eigenen Identität bedeutet, sondern ein langsames Hineinwachsen in neue Gewohnheiten, neue Räume und neue Perspektiven. Der Mensch besitzt die Fähigkeit, sich selbst unter nahezu allen Bedingungen neu zu orientieren.
Aus diesem Bewusstsein heraus entstand das Anliegen dieser Arbeit: einen Raum der Kommunikation zu öffnen, in dem Erfahrungen sichtbar werden. Erfahrungen von Menschen, die – wie ich und viele andere – in ein neues Land kommen, ohne die Sprache zu sprechen, ohne die Traditionen zu kennen, und die ihr Leben an einem unbekannten Ort von Grund auf neu beginnen.
Dieses Buch gibt den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Geschichten selbst zu erzählen und gehört zu werden. Zugleich macht es die Gründe sichtbar, weshalb wir jungen Menschen in Bewegung bleiben – getragen von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Dabei geht es weder um politische Positionierungen noch darum, Ablehnung gegenüber der deutschen Gesellschaft zu erzeugen. Vielmehr versammelt dieses Buch frei erzählte Lebensgeschichten, die jenseits medialer Stereotype existieren. In einem Diskurs, in dem Migration häufig vereinfacht oder verzerrt dargestellt wird, eröffnet diese Arbeit einen Blick auf individuelle Realitäten und gelebte Erfahrungen.
Betreuung:
Prof. Andreas Kunert Prof. Michael Wörgötter